Tubby zieht die Kinder in ihren Bann

Matinee im Bürgerhaus findet großen Zuspruch
Jugendorchester in bester Spiellaune
Eine regelrechte Plüschtierlandschaft, in der sich die Kinder beim Zuhören sichtlich wohlfühlten, bestimmte bei der Weihnachtsmatinee das Bild vor der Bühne im Bühler Bürgerhaus Neuer Markt. Das Kinderkonzert des Blasmusikbezirks Yburg-Windeck lockte nahezu 500 Gäste an, denen sich das Jugendorchester unter der Leitung von Monika Gutmann in bester Spiellaune präsentierte.
Im Mittelpunkt des bei Familien aus der ganzen Region beliebten Blasmusikevents stand die Aufführung von „Tubby, die Tuba“, einem Kinderkonzert mit Musik von George Kleinsinger nach dem gleichnamigen Kurzfilm von 1947. In der Geschichte hadert Tuba Tubby mit ihrem Schicksal. Während die Streicher, die Blech- und Holzblasinstrumente und selbst das Schlagzeug die allerschönste Musik spielen dürfen, muss sie sich immer mit ihrem drögen „um-pah, um-pah“ begnügen. Sie hat es satt, immer nur die Begleitstimme zu spielen. Doch bald lernt Tubby, dass es ohne ihr „um-pah“ gar nicht geht. Gemeinsam mit ihren Freunden, dem Ochsenfrosch (Bassklarinette) und Pippa (Piccolo-Flöte), entwickelt sie heimlich ein Tuba-Solo, und als der neue Dirigent vor das Orchester tritt, ist die große Stunde gekommen. Die Geschichte, deren Ursprung 1945 ein Lied von Paul Tripp und George Kleinsinger war, sollte einst klassische Orchestermusik in Orte bringen, deren Einwohner seltener mit orchestralen Klängen in Berührung kamen.
Bei der Matinee im Bürgerhaus erlebten viele Kinder das erste Mal sinfonische Blasmusik live und hautnah. Neben der Tuba waren auch alle anderen Orchesterinstrumente im Einsatz, sodass die jungen Zuhörer einen Einblick in die Klangvielfalt eines Blasmusikorchesters bekamen. Die musikalische Hauptrolle übernahm Joseph Leppert, dessen Tuba allein schon wegen ihrer Größe auch optisch aus der Vielzahl der auf der Bühne agierenden Instrumenten herausragte. Für die jungen Musikerinnen und Musiker war die Interpretation des Stücks, so spielerisch leicht es auch wirkte, wahrlich kein Selbstläufer. Die Literatur verlangte ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, damit der Dialog zwischen den Erzählungen von Tanja Langguth und den musikalischen Parts als harmonisch und fließend wahrgenommen werden konnte. In der musikalischen Dichtung kam jedes Instrument auch einzeln „zu Wort“, was dem Zuhörer das Kennenlernen zahlreicher Klangfarben eines sinfonischen Blasmusikorchesters eröffnete. Trotz des großen Anteils an kleinen Kindern unter den Besuchern war es während der Aufführung erstaunlich ruhig. Dem Jugendorchester und der Erzählerin ist es gelungen, mit diesem emotionsgeladenen Kinderstück die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu gewinnen.
Einen emotionalen Charakter hatte auch „Glory of Love“, das zu Beginn erklang. Hier machten insbesondere die Tenöre mit nuanciertem und fein intoniertem Spiel auf sich aufmerksam. Ergreifende Tonfolgen kennzeichneten das kleine Konzertwerk „Mountain Wind“ mit seinen ruhigen und in sich stimmigen Harmonien und dem prächtigen Festivo-Teil. Dieses musikalische Kunstwerk und „Unchained melody“, als Flügelhornsolo von Julian Moser interpretiert, durften Eltern, Omas und Opas durchaus als „ihren Teil“ der Veranstaltung verstanden wissen, der Geräuschpegel in der Kuscheltierzone nahm entsprechend zu. Eine Auswahl bekannter Charlie-Chaplin-Melodien und Weihnachtslieder zum Mitsingen erklangen zum Finale der Bühler Weihnachtsmatinee. Ingbert Ruschmann
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DIE TUBA STAND IM MITTELPUNKT, als das Jugendorchester des Blasmusikbezirks Yburg-Windeck unter der Leitung von Monika
Gutmann im Bühler Bürgerhaus Neuer Markt zur Weihnachtsmatinee für Kinder lud. Foto: Ruschmann

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