Blasmusiker sorgen sich um ihren Nachwuchs

Vereine im Bezirk Yburg-Windeck kündigen eine Initiative zur Verbesserung der Ausbildungsstrukturen an

Ottersweier-Unzhurst (ru). Die Vereine im Blasmusikbezirk Yburg-Windeck sorgen sich um ihren Nachwuchs. In der Jahreshauptversammlung zeichnete die Dirigentin des Bezirksjugendorchesters, Monika Gutmann, mit Blick auf die jüngsten Zahlen beim Jungmusikerleistungsabzeichen (JMLA) ein wenig optimistisches Bild im gesamten Blasmusikverband Mittelbaden. Auch wenn die Resonanz im eigenen Blasmusikbezirk noch zufriedenstellend ist, wollen die Blasmusiker mit einer Initiative zur Harmonisierung und Verbesserung der Ausbildungsstrukturen in den Vereinen dem verbandsweiten negativen Trend gegensteuern.
Bei der jüngsten Prüfung zum JMLA errangen 102 Jugendliche Abzeichen in Bronze. Im Bereich Silber gab es mit 45 Absolventen einen neuen Tiefststand. Weitere sechs Prüflinge waren bei der Prüfung zum goldenen Abzeichen erfolgreich. Dabei stellte der Blasmusikbezirk Yburg-Windeck 40 Prozent aller Teilnehmer, beim silbernen Abzeichen hat der von Sven Wilhelm geführte Bezirk gegenüber den Bezirken Murgtal und Hardt mit der Hälfte aller Absolventen die Nase vorn. „Die absoluten Zahlen im Verband sind besorgniserregend und lassen sich auch nicht mit dem Geburtenrückgang und Mehrbelastungen von Jugendlichen erklären“, so Gutmanns Resümee der letzten Prüfungsergebnisse. Auch wenn die Lage im Bezirk Yburg-Windeck noch nicht ganz so dramatisch wie in den beiden anderen Bezirken sei, bestehe Handlungsbedarf.
Einen „leichten Rückgang“ bei den aktiven Musikanten in den 19 Mitgliedsvereinen des Blasmusikbezirks Yburg-Windeck bilanzierte Wilhelm in seinem Tätigkeitsbericht. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Musikerinnen und Musiker von 1.544 auf jetzt 1.517 gesunken. Sorgen bereiten, so war zu hören, die geringere Zahl der passiven Vereinsmitglieder. Nach dem großen Einbruch im Jahr 2018 führten die Mitgliedsvereine insgesamt 4.184 Personen als fördernde Mitglieder, was einen Rückgang von 39 Vereinsangehörigen bedeutete. Insgesamt waren 5.978 Mitglieder in den Musikvereinen gemeldet. „Wir sollten zusehen, dass wir die Schallmauer von 6.000 wieder nach oben durchbrechen“, appellierte der Bezirksvorsitzende an die Vereinsvertreter.
Eine positive Bilanz zeichnete Monika Gutmann vom Bezirksjugendorchester, das sie seit 1998 als musikalische Leiterin betreut. Insgesamt 101 Jugendliche, soviel wie noch nie zuvor, sind aktuell im Nachwuchsensemble des Blasmusikbezirks aktiv. Neben dem Bezirkskonzert gehörte ein Probenwochenende in Menzenschwand zu den Höhepunkten der Orchesteraktivitäten. Am 28. Juni beginnen die Vorbereitungen für das am 8. November im Bühler Bürgerhaus stattfindende Bezirkskonzert. Außerdem wird das Bezirksjugendorchester die Verleihungszeremonie im Baden-Badener Benazet-Saal am 22. November musikalisch begleiten. Vor dem Hintergrund der sich im Verband abzeichnende rückläufigen Musikernachwuchs will der Blasmusikbezirk zur Verbesserung der Ausbildungsstrukturen mittelfristig den Austausch der Vereine untereinander forcieren und langfristig die Optimierung der Ausbildungskonzepte der Mitgliedsvereine anregen. Wie Bezirksjugendleiterin Melanie Herp und Monika Gutmann in ihrem Vortrag skizzierten, könnten mögliche Ansatzpunkte die Qualifizierung eigener Ausbilder, der Ausbau der Ausbildungskooperationen unter den Mitgliedsvereinen, die gezielte Einbindung der Kinder- und Jugendlichen ins Vereinsleben sowie die Überarbeitung von Organisationsstrukturen in den Vereinen sein.
Die „Original Himbeermusikanten“, unter der Leitung von Simon Mathis, umrahmten die Hauptversammlung des Blasmusikbezirks musikalisch.

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